Demenz: Pseudomedizinische Behandlungen im Aufschwung

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Mann mit Demenz

Demenz wird immer häufiger, je älter die Bevölkerung wird. Weltweit leben schätzungsweise 47 Millionen Menschen mit Demenz. Bis heute gibt es jedoch keine Heilung, und Behandlungen können bei einigen Menschen nur bestimmte Symptome lindern.

Trotz dessen nutzen Menschen diese Krankheit aus, um mit vermeintlichen Antworten profit zu schlagen. Sei es durch verbesserte Behandlungen, präventive Methoden oder auch durch Heilmittel.

Anstieg von “Quacksalberei” durch Digitalisierung

Mit dem heute beispiellosen Zugang zu Informationen aller Art werden einige Personen getäuscht, um in medizinische Interventionen zu investieren, die nicht durch wissenschaftliche Literatur unterstützt werden.

Die Landschaft begrenzter Behandlungsmöglichkeiten für Demenz, die Sorge um die Alzheimer-Krankheit und der breite Zugang zu Informationen haben zu einem beunruhigenden Anstieg der Pseudomedizin geführt.

Pseudomedizin nimmt am häufigsten die Form von Nahrungsergänzungsmitteln an. Diese sollen die Gesundheit des Gehirns und die Denkfähigkeit fördern. Viele betroffene Menschen werden dabei durch gezielt ausgespielte Anzeigen für Nahrungsergänzungsmittel gelockt. Sie behaupten, den kognitiven Verfall oder Demenz zu verhindern.

Dabei ist wissenschaftlich bewiesen: Kein bekanntes Nahrungsergänzungsmittel verhindert kognitiven Rückgang oder Demenz.

Nahrungsergänzungsmittel im Fokus

Häufig werden diese Ergänzungen durch individuelle Zeugnisse beworben, und obwohl diese Geschichten überzeugend sein können, stellen sie keine Beweise dar. Wie auch die amerikanische Alzheimer’s Asociation auf ihrer Website schreibt:

“Behauptungen über die Sicherheit und Wirksamkeit dieser Produkte basieren weitgehend auf Erfahrungswerten, Traditionen und einer eher kleinen wissenschaftlichen Forschung.”

Eine zusätzliche Gefahr besteht in der Beschaffung von Nahrungsergänzungsmitteln. Da diese ohne Rezept gekauft werden können, glauben die Menschen eher, dass sie relativ sicher sind; sie werden jedoch nicht im gleichen Maße wie Medikamente getestet.

Dies wird dadurch unterstützt, dass Unternehmen, die diese Nahrungsergänzungsmittel verkaufen, nicht verpflichtet sind, zu beweisen, dass sie funktionieren.

In einigen Fällen können Nahrungsergänzungsmittel gefährlich sein. So kann beispielsweise das weit verbreitete Vitamin E das Schlaganfallrisiko erhöhen und bei Überdosierung das Todesrisiko erhöhen.

Vorsicht bei wissenschaftlich erscheinender Werbung

Ergänzungen werden oft mit Anzeigen und Texten beworben, die so konzipiert sind, dass sie wissenschaftlich erscheinen. Pseudomedizinische Vermarkter haben dieses wissenschaftliche Erscheinungsbild so weit geschliffen, dass die Produkte für die Verbraucher völlig legitim erscheinen und sich kaum von echten Medikamenten unterscheiden.

Abgesehen von dem Geld, das verschwendet wird, ist auch auf den potenziellen Schaden für die Gesundheit eines Verbrauchers zu achten.

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